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Die Jungfrauenfrage – hast du niemals, einmal, viele Male?

Jungfrau bleiben? Oh, er liebt mich ein wenig … zu sehr
Kaum jemand in unserem Kulturkreis stellt die Frage heute noch. Oder sollte man sagen „die Fragen“? „Bist du noch Jungfrau?“ „Wie viele Männer (Frauen) hattest du schon?“ Oder, besonders infam: „Welche Art Jungfrau bist du noch?

Du bist Jungfrau, wenn … ja wenn eigentlich?

Kreisen wir mal um den Begriff wie eine Biene um die Blüte. Für unsere Vorfahren und für die Menschen zu Moses Zeiten war eine Jungfrau eine Tochter, die wohlbehütet aufwuchs und niemals Geschlechtsverkehr hatte – erkennbare am „intakten“ Jungfernhäutchen. Im 20. Jahrhundert setzte sich durch, von einer Jungfrau zu sprechen, wenn sie noch keinen penetrativen Geschlechtsverkehr hatte. Das bedeutete: Sie konnte durchaus schon sexuelle Genüsse (Masturbation, Fingern durch andere, anal, oral) gehabt haben, aber eben noch kein „PiV“, wie es im englischen Sprachraum jetzt unter jungen Leuten heißt.

Wie viele Männer sind „zu viele“ Männer?

Nachdem dies nun für Frauen geklärt ist (auf Jungs kommen wir später) ist die Frage: Wie lautet(e) denn nun das Urteil, wenn eine Frau ihre „Jungfernschaft“ verlor? Und wie wird sie beurteilt, wenn sie mehr als 2, 4, 8, 16 oder 32 „echte“ unterschiedliche Lover hatte?

Töchter als Handelsgut und der Preis, sie loszuwerden

Nichts in der Beurteilung von Frauen hat sich in den letzten Jahrtausenden, ja sogar noch Jahrhunderten und Jahrzehnten so gewandelt wie die Beurteilung „des Verlusts der Jungfernschaft“. Dazu muss man wissen, dass die Töchter zu Moses Zeiten noch eine Art „Handelsgut“ waren. Und das sich nur die Jungfrau versilbern ließ, wurde sogar in die Religionsvorschriften aufgenommen, dass sie Jungfrau zu sein habe – und was geschehen würde, wenn sie als solche deklariert wurde, dies aber einer Prüfung nicht standhielt. (Das könnt ihr in Mose 5.22 alles nachlesen, falls euch so etwas Spaß macht). Aus nicht-religiöser Sicht kann man sagen, dass es sich dabei nur teilweise um Religion und Moral, andernteils aber auch um die Sicherung der wirtschaftlichen Belange des Vaters handelte.

Der Deal – der Vater gibt Geld, der Bräutigam lacht

In der Blütezeit des Bürgertums wurde die Jungfräulichkeit ähnlich hochgehalten. Diesmal aus dem entgegengesetzten Grund: Der Vater war gehalten, seine für ihn wirtschaftlich uninteressante Tochter „an den Mann zu bringen“ und musste dafür einen nicht unerheblichen Geldbetrag aussetzen. Wieder waren es wirtschaftliche Gründe, die ihn dazu zwangen, denn dem zukünftigen Ehemann sollte nicht zugemutet werden, für den Unterhalt zu sorgen. Das klappte allerdings nur, wenn die Braut Jungfrau war – oder wenigstens glaubhaft vorgeben konnte, dies zu sein.

Das Bürgertum macht aus dem Deal eine Moralfrage

Die Forderung, als „Jungfrau in die Ehe“ zu gehen, wurde in der Bevölkerung aber weiter „im Kopf“ geführt, nachdem das Bürgertum in den Grundfesten zerstört war und die „Mitgift“ in Geld durch die Inflation fragwürdig geworden war. Die damaligen CDU-Regierungen und der „harte Kern“ des Bürgertums beharrten auf die alten Regeln, und das „Mädchen aus gutem Hause“ hatte Jungfrau zu bleiben, bis sie heiratete (oder sich wenigstens verlobte).

Demaskierung des Jungfrauen-Mythos

Besser nicht zu "jungfräulich" bleiben - Leidenschaft schadet nicht
Als die Zeitschrift „TWEN“ 1962 die Frage stellte, ob Töchter als „Jungfrau in die Ehe“ gehen sollten und dies in Zweifel stelle, war die Empörung noch enorm – doch schon zehn Jahre später wurde das Thema kaum noch diskutiert. Das lag vor allem daran, dass die Töchter der bürgerlichen Eliten ihren Eltern nach 1970 sowohl kulturell wie auch wirtschaftlich entflohen. Wo es keinen Druck mehr gab, die „Jungfräulichkeit“ zu behalten, da ergab sich auch keine Moral. Auch Versuche, der konservativen „Jungfrauenbewegung“ (Purity) in den USA schlugen - bei aller stattlichen geförderten Publicity – komplett fehl. Slogans waren damals „True Love Waits“ auf deutsch „Wahre Liebe wartet“.

Wie die Presse das Thema „Jungfrauen“ wieder aufwärmt

In den letzten Jahrzehnten ist die Frage der „Jungfräulichkeit“ in der Presse künstlich aufbauscht worden, weil es angeblich immer mehr Frauen gibt, die mit 25 „noch Jungfrau“ sind. Das Thema stellt sich heute jedoch anders dar als vor 50 Jahren, denn heute haben „Jungfrauen“ vielleicht keinen Penis in der Vagina erlebt, aber sehr wahrscheinlich einen Finger oder einen Vibrator an der Klitoris. Wozu man sagen könnte: Irgendwie ist „Jungfrau“ auch nicht mehr das, was es mal war.

Mehr lesen?

Im zweiten Teil lest ihr, wie viele Männer eine Frau gehabt haben sollte, bevor sie „ihren Mann“ trifft, und warum die Zahlenspiele eigentlich blödsinnig sind. Im dritten Teil sehen wird die Sache mal aus der Sicht der „Jungs“. Ist doch komisch, dass sie eigentlich immer wissen, wie „es geht“ und trotzdem behaupten, sie wären nie im Bordell gewesen. Wir gehen auch der Frage nach, ob es wirklich so viele 25-jährige Jungmänner oder „physische“ Jungfrauen unter Männern gibt, wie gelegentlich behauptet wird.

Bild: Oben La Vie Parisienne, 1914.
Unten: Comic nach einer Filmsequenz

Was treibt Frauen dazu, nur Lust und Wonne anzustreben?

Gibt es Frauen, die nur nach sexueller Erfüllung streben, wenn sie Männer treffen? Und was treibt Frauen dazu, nur Lust und Wonne im Kopf zu haben, wenn sie Dates eingehen?

Männer, die das sogenannte Online-Dating betreiben, können ein Lied davon singen: Immer mehr Frauen streben ausschließlich nach Sex oder nach sehr kurzen, hochemotionalen Affären. Diese Tatsache wird öffentlich erfolgreich verschleiert: Nach den Gesetzen gewisser psychologischer Flachhirne wollen Männer meist schnell und bedingungslos Sex, während Frauen sich mindestens zuvor verlieben wollen.

Nach den Motiven zu fragen, ist zwar für die meisten Männer müßig, aber angesichts der gängigen Vorurteile und Tabus für Journalisten sogar außerordentlich mutig. Der folgende Artikel fasst einige der Verhaltensweisen zusammen und versucht wenigstens zu erklären, warum viele Frauen keine Beziehungen eingehen wollen.


Lust ist ein Gefühl für sich - es hat nichts mit Liebe zu tun

Dating-Ziel der Frau: Lust und Wonne?

Das Ziel, beim Date (Online-Date oder Gelegenheits-Date) nichts als Lust und Wonne erreichen zu wollen, steht Frauen nicht auf der Stirn geschrieben. Der Grund dafür ist bekannt: Sie wollen unter gar keinen Umständen unter „Schlampenverdacht“ geraten. Und weil dies nun mal so ist, annoncieren sie mehrheitlich nicht in einschlägigen Anzeigenblättern oder bei Sex-Dating-Unternehmern, sondern erstellen Profile, wo andere es auch tun: bei ganz normalen Singlebörsen. Im Grunde genommen kann der Mann heute kaum noch unterscheiden, ob die suchenden Frauen eine lebenslange Beziehung oder eher eine hübsche Affäre wünschen. Sie selbst wissen es allerdings genau: Je seriöser die Anzeige oder das Profil und je verdeckter die eingestreuten Hinweise auf Lüste sind, umso eher findet sich ein „gewöhnlicher“ Mann. Einer, der verführbar, lustvoll, liebevoll und am Ende tolerant genug ist, die Wünsche der Frau zu akzeptieren und seine eigenen zurückzustellen.

Das Thema „exklusive Lust“ ist nicht ganz neu für Frauen

Übrigens ist das alles nicht so neu, wie es zu sein scheint. In den Jahren zwischen 1970 und 1990 annoncierten zahlreiche Frauen, namentlich Akademikerinnen, entweder unter „Heiraten“ oder in den deutschlandweit seriösesten Bekanntschafts-Rubriken, wenn sie einen Lover suchten. In den etwas luftigeren Anzeigenspalten, etwa in den Wochenzeitschriften, wurde man deutlich: dort heiß es „für alles Schöne“ oder „für alles, was zu zweit mehr Freude bereitet“. Gemeint war mit beidem „für Erlebnisse in Lust und Wonne“.

Einer der Gründe war, vorerst keine feste Beziehung zu wollen, aber mit einer Affäre auf keinem Fall vor Ort „erwischt“ zu werden. Dies war typisch für ledige Akademikerinnen und örtliche Respektspersonen in Kleinstädten. Das ist bis heute so. Ein anderer Grund, nicht „erwischt“ werden zu wollen, ist sicherlich, dass man bereits in einer festen Beziehung lebt und lediglich Lust auf einen Seitensprung“ hat. Nachdem diese beiden Gründe genannt wurden, müssen einige andere auf den Tisch, über die sehr selten gesprochen wird.

Ein bunter Strauß von Gründen für Nur-Sex-Beziehungen

Manche der Frauen, die kurzzeitige Beziehungen ohne jede Verbindlichkeit wollen, leiden psychisch oder emotional, und teils sind sie von Süchten betroffen. Sie wissen, dass sie sich selbst (und dem Mann) keine Beziehung zumuten können, wollen aber auf die Lust nicht verzichten. Neben diesen Erkrankungen, die medizinische Namen führen, sind es Persönlichkeitseigenschaften ohne Namen, die eine Beziehung erschweren. „Sex ja – Beziehungen“ nein ist dann die Lösung, die Distanz schafft. Körperliche Leiden, namentlich unheilbare, sind gelegentlich der Grund, wenigstens die Wonnen der Lust noch einmal ausführlich zu genießen. Manche Frau schwankt – nicht nur in jungen Jahren – zwischen Frauen und Männern und manche andere zwischen „seriösen“ Sex-Beziehungen dun farbenfrohen Abweichungen von der „Normalität“. Auch soziale und sogar religiöse Gründe können eine Rolle spielen: Die Mutter will ihrer Tochter nicht zumuten, dass ein neuer Mann in ihr Leben tritt, aber auf Lüste nicht verzichten. Die frisch geschiedene Katholikin kann sich in ihrer Umgebung nicht mit einem Atheisten sehen lassen, aber sie kann durchaus einige lustvolle Nächte an einem fernen Urlaubsort verbringen.

Keine Zeit für Beziehungen – für Sex schon

Die neuste Variante ist die, „keine Zeit für Beziehungen“ zu haben, was eigentlich bedeutet: „Beziehungen sind mir viel zu anstrengend“. Wenn „sie“ weiß, dass sie nur am Donnerstag ab und an einmal den Abend frei hat, dann kann sie entweder einen Escort-Mann anheuern oder sich einen Mann aus dem Internet suchen, dem sie irgendein Märchen erzählt, warum ihr leider keine Beziehung möglich ist. Auf diese Weise werden auch zahlreiche Wochenenden in Lust und Wonne verplant.

Lust ist Lust ... und alterslos ...
Das Alter spielt merkwürdigerweise kaum eine Rolle. Es gibt Frauen jeden Alters, die aus einem der genannten (und manchen anderen) Gründen „a la carte“ leben und jeweils den Mann genießen, der ihnen als nächster über den Weg läuft.

Die Wissenschaft ist blind für das Thema „Frau und Lust“

Wissenschaftlich ist dies Phänomen kaum erforscht – es scheitert an dem Dogma, dass Frauen keinen Sex ohne Liebe erfahren können und wollen. Es gibt kaum einen größeren Unsinn als diese Aussage. Denn das Erlebnis sexueller Lust ist eine ganz gewöhnliche Empfindung, die rein gedanklich, optisch oder taktil beginnen kann und die dann vom Gehirn ausgehend in körperliche Wonnen übergeleitet und schließlich von Orgasmen belohnt wird.

Dating kann sehr sexy sein

Eine Verabredung kann zu allem führen, egal, was du vorhattest
Ein ziemlich hoher Prozentsatz der deutschen Single-Frauen sagt, dass „Dating“ nervig oder frustig ist. Doch wie immer die Wortwahl ausfallen mag: Frauen macht die Partnersuche wenig Freude, und schon gar nicht beim populären Online-Dating.

Wie kann frau sich an Verabredungen erfreuen?

Unser Experte hält die Sache für eine Psycho-Blockade: Er glaubt, dass diese Frauen sich etwas in den Kopf gesetzt haben, was sie unbedingt erreichen wollen. Schaffen sie das nicht (was allgemein die Mehrzahl der Fälle betrifft), so sind sie sauer. Passiert dies nun häufig (was wieder sehr wahrscheinlich ist), dann frisst sich der Frust in die Psyche. Am Ende stehen Frust, die Wut und oftmals der Verlust des Vertrauens in sich selbst.

Der erste Ausweg: Macht ein Ereignis daraus!

Der erste und beste Ausweg ist ein Wechsel der Perspektive: Ein Date ist in Wahrheit kein Date, sondern eine Möglichkeit, etwas Interessantes mit jemandem zu erleben oder auch von ihm zu erfahren. Also Neugierde statt Erwartungen, um es auf einen einfachen Nenner zu bringen.

Tatsächlich siehst du deine Verabredung gelassener, wenn du dir klar machst: Ich werde an einem wunderschönen Ort etwas sehr Leckeres schlürfen und mich dabei ausgezeichnet unterhalten. Das ist erreichbar – vor allem, wenn du die Unterhaltung selbst anführst und dich nicht „volllabern“ lässt. Sollte es „der Richtige“ sein, dann schlag selbst eine neue Verabredung vor.

Die erotische Lösung: nimm Dates als sinnliche Highlights

Die zweite Lösung ist noch einfacher, erfordert aber eine andere Haltung. Mach dir klar, dass eine Verabredung ein erotisches Highlight ist, egal, ob es um „Sex“ geht oder nicht. Das Beste wäre, wenn du dich wirklich sinnlich (oder sexy) fühlst und du dich entsprechend kleidest. Mach dich frei von dem Gedanken, was „er dann über dich denkt“. Solange du die Regel befolgst, mehr als vier Fünftel deines Körpers mit Textilien zu bedecken, denkt dein Partner nichts sensationell Erotisches. Aber du hast die Freude, bewundert zu werden. Und wenn’s der Richtige ist: Dann nimm ihn mit und halt ihn fest.

Die Universallösung: Sei auf alles vorbereitet udn nimm, was du willst

Die dritte Lösung ist zwar bei vielen Frauen unbeliebt, aber die Sicherste, um nicht enttäuscht zu werden: Erwarte nichts, aber sei für vieles offen und auf alles vorbereitet. Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass sich dein Leben nicht wirklich in „Partnersuche“ einerseits, „Lust“ andererseits und „Abenteuer als Option“ zum Dritten teilt, sondern dass alles passieren kann, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Klar, dass darin ein gewisses Risiko liegt – aber wenn du gewohnt bist, mit Risiken umzugehen, dann ist dies der sicherste Weg, dich nicht zu langweilen und viele interessante Erlebnisse zu haben.

Wie du erreichst, dass nichts schief geht

Egal, wer du bist, was du bist und wie du leben und lieben willst – das sind die „Big Five“ für ein erfolgreiches Dating mit sinnlichem Vergnügen:

1. Für den nächsten Morgen solltest du dir nichts vornehmen.
2. Überleg dir genau, was du dir zumuten kannst und was nicht.
3. Lust und Sinnlichkeit sind immer Optionen – sie gehören zum Date dazu. Versuch gar nicht erst, deine Lüste zu ignorieren.
4. Kondome gehören immer in deine Handtasche, egal, was du vorhast.
5. Champagner im Kühlschrank, eine halbwegs aufgeräumte Wohnung und ein sauberes Schlafzimmer sollten immer bereitstehen.

Und was wirst du demnächst tun? Sag es uns … wir haben offene Ohren.

Bild oben: Zwei Illustrationen von Paul-Émile Bécat zusammengeführt

Frauen wie dich kenne ich …

Zeigen, wer du wirklich bist ...
Hey, Miss … du meinst, wir Männer neigen dazu, euch „gar nicht richtig“ kennenzulernen? Da fass ich mir doch an die Stirn und frag mich „was denn von euch?“ Euren Geist? Eure Schnuten? Eure „Machart“?

Wenn ihr wollt, dass wir euch „richtig“ kennenlernen, dann zeigt uns doch mal, was richtig und wichtig und wertvoll an euch ist.

Ich bin mir sicher, das kaufen wir, wenn es uns gefällt. Und dann treffen wir euch auch wieder … und vielleicht wird dann etwas mehr draus.

Klar sagen wir manchmal, dass ihr „attraktiv seid“ oder dass ihr „sehr schön seid“ oder „einen guten Geschmack habt“. Also hey? Wollt ihr das Gegenteil hören? Dass ihr euch nicht einmal anziehen könnt? Dass eure Bildung abgeguckt und eure Gefühlswelt aufgeschminkt ist?

Keine Lust am Streit mit einer Frau

Die meisten von uns bleiben sehr, sehr höflich, solange wir euch in die Augen sehen, und wenn ihr dann endlich fortgegangen seid, sagen wir manchmal: „Schade, vielleicht hätte ich ihr sagen sollen, dass …“. Und dann erinnern wir uns an „Frauen wie dich“, die genau in diesem Moment angefangen haben, sich herumzustreiten.

Seht ihr: Und so etwas können wir echt nicht brauchen.

Als Reaktion auf Stern-Neon.
Foto vermutlich aus einem französischen Studio des 19. Jahrhunderts

Das herrlich schöne Pfui-Teufel-Gefühl

Die Vorstellung, an etwas zu lutschen ...
Möchte ich sein Hündchen sein? Und würde ich dann Hundefutter zu mir nehmen? Und wenn ich seine Sklavin wäre, würde ich dann darum betteln, dass er mich heftig peitschen würde?

Autorinnen haben – wie Autoren auch – immer diese herrlich schönen Pfui-Teufel-Situationen vor Augen. Du erinnerst dich vielleicht noch (doch, bestimmt, tust du das) an den Peitschenhieb in den Schritt, den Miss Anastasia Steele ebenso unvermittelt wie unglaubwürdig bekommt. Ich bin ganz sicher, dass viele der Autorinnen, deren Lippen des Mundes (Labium Oris) niemals einen Penis umfassten, ihre Heldinnen lutschen ließen, was das Zeug hält. Die Huren sagen dazu „Französisch komplett mit Aufnahme“ – pfui Teufel, wie das schmecken muss! Doch auch wenn’s die Autorin nicht schluckt – ihre Figur tut es mit Inbrunst, und die Leserin gerät mal in Verzückung, und mal kriecht der Ekel ihre Kehle hoch. Und das Interessante daran: Sie liest weiter, weil sie mit der Romanfigur lüstet und leidet.

Eine bekannte Bloggerin schrieb gerade:

Je weiter das was ich gerade lerne, von meinem eigenen Erlebnishorizont entfernt ist, umso spannender finde ich es, den Enthusiasmus des anderen nachvollziehen zu wollen.


Der eigene Erlebnishorizont ist – wenn man sich nicht gerade selbst zum Versuchskaninchen der sinnlichen Verheißungen gemacht hat – immer begrenzt, nicht wahr? Und diese zwiespältigen Gefühle gegenüber dem Exotischen lassen nie nach … was geht also vor in einem Mann oder einer Frau, die sich dem Ekel oder Schmerz hingibt, statt ihn zu verweigern?

Das Exotische, das Bittere, das, was Überwindung kostet … es gehört zu den herrlichen Situationen, in denen du über deinen eigenen Schatten springst. Du erlaubst dir plötzlich, das Unerhörte zu denken, und deine Figur wird es ausführen. Und vielleicht wird sie dir schildern, wie es sich für sie anfühlte … wer weiß.

Und ... nein, ich bin nicht die Dame auf dem Foto ... und ich habe keine Ahnung, wer es einmal war. Muss aus den 30er oder 40er Jahren stammen.

Huch, was ist eigentlich erotisch … und wie geht das?

Zu sehen ist die Vorbereitung auf den Ausgang - die erotische Botschaft entsteht erst im Gehirn
Ihr wollt also wissen, was erotisch ist? Oh, das Wort ist eigentlich ganz einfach zu definieren:

„Erotisch“ bezeichnet alles, was die geschlechtliche Liebe anklingen lässt, besonders derartige Bücher, Bilder und andere Darstellungen.


Zu theoretisch? Wir erklären es

Wichtig war das Wort „anklingen“. Das heißt für ein Bild:

Ein Bild ist erotisch, wenn du darin mehr siehst, als darauf abgebildet ist.


Und wie ist das bei einem Buch?

Ein Buch ist erotisch, wenn dir mehr Sinnliches durch den Kopf geht, als du den Sätzen entnehmen kannst.


Warum sagt man überhaupt „erotisch“?

Den Begriff gibt’s seit dem 18. Jahrhundert, und er kommt – wie könnte es anders ein – aus dem Französischen in die deutsche Sprache. Im Deutschen benutzte man das Wort „Wonne“, meist in Verbindung mit „Liebe“, wie damals üblich – dann waren es die „Wonnen der Liebe“ oder die „Liebeswonnen“ die in einem Buch geschildert wurden.

Definitionen in Lexika (19. Jahrhundert)

Lexika formulieren es etwas anders, vor allem solche aus alten Zeiten – dazu zwei Beispiele:

Meyers

Erotisch (v. griech. Eros), was sich auf die Liebe bezieht, davon handelt. Daher erotische Poesie, Liebespoesie, besonders das lyrische Liebeslied, (für) obscöne Poesie … namentlich sind Crébillon (1) und de Sade (2) unter den hierher gehörigen Autoren zu nennen.


Brockhaus

Erotisch (grch., von Eros, s. d.), Bezeichnung für alles, was auf Geschlechtsliebe Bezug hat. Erotische Poesie ist demnach alle Liebespoesie, vornehmlich das lyrische Liebeslied.


Interessant ist dabei, dass Meyers auch die damalige „obscöne Poesie“ (eigentlich sind Romane gemeint) einbezieht. Demnach gab es auch damals Schnittstellen zwischen „obszön“ (heute eher „pornografisch“) und „erotisch“.

Und wie schreibt ein Autor „erotisch“?

Schreiben bedient das Gehirn, das den Stoff weiterverarbeitet, der in Worten und Sätzen steht. Das gilt sowohl für das Denken wie für das Fühlen. Die Leserin (der Leser) soll sich mit einer Figur und ihren Gefühlen identifizieren, und weil wir ja von erotischer Literatur reden, soll dabei auch die Lust angeheizt werden. Der Autor (die Autorin) arbeitet auf die Erfüllung hin, beschreibt sie aber nicht in Handlungsabläufen, sondern in sinnlichen Eindrücken. Sobald es zu einer „finalen“ Handlung kommt, also zu Varianten des Geschlechtsakts, ist die Erotik verflogen. Sie muss dann neu aufgebaut werden.

Wenn ihr Fragen zu diesem Thema habt, schreibt uns einfach. Wir versuchen, schnell zu antworten.
Falls ihr selbst erotisch schreibt, lasst es uns wissen.

(1) Zum Beispiel hier (zeno)
(2) Gemeint ist wahrhaftig der berüchtigte Marquis de Sade, der Namensgeber des "Sadismus".
Bild: Titel eines bekannten Romans, der zuerst als "Groschenheft" veröffentlicht wurde.

Sind alle Revuetänzerinnen blöd?

Orientalische Erotik in den 1920er Jahren

Der Orient lässt grüßen - Sex zu Großvaters Zeiten

Das Magazin - 1926
Die Themen, mit denen sich die Herren 1926 beschäftigten, sind den heutigen Themen nicht unähnlich. Die Frage, ob alle schönen Revuetänzerinnen blöd sind (und was daraus folgt), interessierte offensichtlich die Leser des Monatsmagazins „Sex“ – ebenso wie das Thema „Bist du der Liebhaber deiner Frau?“

Vielleicht hatten die Herren damals ja schon gewisse Zweifel daran, ob sie die einzigen (oder wichtigsten) Liebhaber ihrer Ehefrauen waren.

Die besonders schöne Grafik haben wir Ihnen herausgeschnitten.

Sag uns, was du schreibst …

Jeder will wissen, was danach passiert ... schreibst du darüber?
Sag es uns. Zeig es uns. Lass uns lesen, was du schreibst. Egal, ob du über die Liebe schreibst, über die Lust oder über die Sünde. Natürlich kannst du uns auch Kurzgeschichten schicken.

Du suchst erst noch nach einem Thema?

Dann lies bei uns, welche Themen besonders gefragt sind. Lass dir von uns Vorschläge für den Handlungsablauf (Plot) machen, wenn du nicht weißt, wie du anfangen oder weitermachen sollst.

Nehmen wir mal an, du hast schon ein wenig geschrieben

Dann sende uns ein paar Seiten – wir sagen dir, wie wir deinen Text beurteilen und was sich noch verändern ließe. Es ist kostenlos. Verbindlich kostenlos.

Falls dein Buch schon als E-Buch vorliegt

Wir haben Freude daran, es zu lesen – mach es für uns zugänglich. Wir veröffentlichen eine Rezension, falls es uns gefällt, und falls nicht, sagen wir dir, was uns nicht gefallen hat.

Falls dein Buch schon "auf Papier" verlegt wurde

Oh, wir lieben Bücher, die noch auf Papier verfügbar sind. Und wir lesen sie wirklich. Schicke uns bitte ein Rezensionsexemplar oder lass es uns schicken. Wie schon beim E-Book beschrieben, veröffentlichen wir eine Rezension, falls es uns gefällt, und falls nicht, sagen wir dir, was uns nicht gefallen hat.

Falls ihr Verleger seid

Eigentlich komisch, dass in unserer Redaktion so wenige Rezensionsexemplare landen. Denn wir lieben gut geschiebene, sinnliche Bücher über die Lust, die Liebe und die Sünde.

Was wir sonst tun

Wir saugen Worte auf, wechseln Worte, schreiben etwas um, wenn du magst – und wir sind auch sonst unheimlich nett zu Verleger(innen), Autorinnen und Autoren.

Versuchst du es?

Versuch es mal mit unserem sinnlichen Sachverstand. Du kannst dabei nichts falsch machen, sondern nur gewinnen. Und wenn du wirklich noch einmal fragst, warum wir das tun – wir lieben Worte so sehr, dass sie uns am Herzen liegen.

Euer Kontakt:

Ohne Schlampenverdacht erotisch schreiben?

Wenn Frau über Sex schreibt … ist sie eine Schlampe. Warum eigentlich? Und was ist ein Mann, der über Sex schreibt?

Erotik schreiben ...
Die Zeiten, in denen viele attraktive, gesunde und überaus kluge Frauen über Sex schreiben, sollte eigentlichen gerade erst angebrochen sein. Denn sie (und nur sie) bilden ein Gegengewicht gegen die Bevormundung der Wissenschaftler einerseits und der Verblödung durch Frauenzeitschriften anderseits.

Viele „offizielle“ Frauen verachten und bewundern die Autorinnen, die sich nicht scheuen, das Blatt vom Mund zu nehmen und von Masturbation, Penissen und anderen Ereignissen zu schreiben, die ihr Leben kreuzen.

Die Wahrheit muss verachtet werden – oder?

Aber offiziell – muss man sie als Frau offenbar verachten. „Das tut man nicht, und wenn man es tut, dann redet man nicht darüber.“ Als ich vor einiger Zeit mal eine junge Frau fragte, ob sie bereit sei, für mein damalige Magazin „LiebePur“ zu schreiben, war sie zunächst ganz angetan. Doch als sie hörte, dass ich dort recht freizügig mit dem Thema Sex umging (damals noch etwas mehr als heute), zog sie ihr Angebot sofort zurück.

Neue Verblödungen und Fakes durch Alternativmagazine

Und ich merke hier mal an: Das ist erst der Anfang. Wer „über die Lust“ schreibt, schriebt noch lange nicht „von seiner eigenen Lust“. Genau das wollen aber all diese neuen Alternativmagazine. Sehr schnell kommt ihren Redakteurinnen das Unwort „authentisch“ über die Lippen. Das heißt letztlich: Frau soll über jede Masturbation, jeden aufgenommenen Penis und noch viel mehr schreiben, und zwar „auf Positiv“. Eigentlich müssten die Herausgeberinnen wissen, dass sie damit Fakes und krankhafte psychische Exhibitionisten anziehen – und vielleicht sogar eine Kombination von beiden.

Von der Schwierigkeit, allzeit authentisch zu sein

Gerade dies macht es ehrlichen Menschen (nicht ausschließlich Frauen) noch schwerer, den feuchten Wahrheiten die Ehre zu geben. Denn „echt authentisch“, also aus dem eigenen Erleben zu schreiben, ist unglaublich schwierig. Es kostet Selbstüberwindung, erfordert sprachliche Verrenkungen und – nun ja, was schreibt eigentlich jemand über „seinen“ Sex, wenn wirklich gerade Flaute herrscht?

Wie auch immer - ob frau unter dem eigenen Namen schreibt oder unter einem Pseudonym, ob sie etwas dazudichtet oder nicht, ob sie zu viel Zuckerguss dazu tut oder eine übergroße Menge Spermaflüssigkeit – sie wird immer beargwöhnt werden. Von Frauen sowieso und von Männern auch, wenngleich in anderer Weise.

Sind Autorinnen Schlampen, weil sie über Sex schreiben?

Dazu darf ich mal eine Dame zitieren, die – wie ich glaube – authentisch schreibt, und dazu in einer namhaften Wochenzeitung.

Ich wundere mich trotzdem. …Darüber, dass mich die einen als verabscheuungswürdig und die anderen als sexuell verfügbar betrachten. Für beide Seiten bin ich eine Schlampe – nur mit unterschiedlicher Konnotation.

Frauen sind Schlampen, Männer Pornografen

So, und nun frage ich mich: Was sagen „die Leute“ eigentlich über Männer, die über Erotik schreiben, teils anband von Fakten, teils anhand pointierter Meinungen?

Sie sagen dasselbe. Nur, dass diese Männer nicht als „Schlampen“, sondern schlicht und einfach als Pornografen gelten. Übrigens auch dann, wenn sie nur darüber schreiben, was (fast) jede(r) tut. Und ganz schlimm werden sie beäugt, wenn sie dazu Tacheles reden – nicht nur über Frauen, sondern auch über sich selbst.

Männer riskieren, ihre Reputation zu verlieren

Na schön, manche Männer machen sich nichts draus, aber andere werden eben verunglimpft. Das ist nicht schön, und es ist ähnlich wie bei Frauen: Man hat beste Chancen, sein Renommee als Schriftsteller oder Fachautor zu verlieren. Man fasst einfach keine Themen an, bei denen man etwas anfasst, was so pfuiteuflisch ist wie ein Penis.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine Übernahme des Magazins "mehrhaut.de", das mit seinen neuen Beiträgen aus 2018 hierher umzieht.

Schreibst du selbst? Dann sollten wir einander kennenlernen. Wir könnten etwas von dir veröffentlichen, oder etwas über dich, deine Blogs, deine Kurzgeschichten und E-Bücher schreiben.

Unser Botschaft zur Sinnlichkeit …

Dem Reinen sollte alles rein sein. Es gibt sie, die Sinnlichkeit, und man kann sich ihn sie hineinfallen lassen. Daneben gibt es all die kleinen Sünden, die Vergehen gegen die sorgsam gehütete Sittlichkeit und die Grenzfälle, in denen wir uns nicht recht klar werden: ist’s nun noch der reine Genuss oder wandeln wir bereits am Abgrund?

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut .. was für ein Unsinn, Herr Goethe. Haben Sie selbst so gelebt? Wollten Sie in ihren Träumen gerne wie Gott werden? Und warum ist die Natur „unfühlend“? Sind wir nicht Teil der Natur, wie die Natur Teil von uns ist? Dürfen wir nicht fühlen und genießen, wie es uns die Natur des Menschseins gebietet?

Wenn es ein Motto für dieses Magazin gäbe, dann wäre es dies:

Genieße dein Leben. Durchstreife die sinnlichen Seiten des Lebens. Es ist gar nicht so einfach, dabei zu sündigen. Und wenn du einmal wirklich sündigst, dann tu es mit Inbrunst und Hingabe, nicht mit Skrupel und Furcht.

Ich habe diese Weisheit von einem Kardiologen in mittleren Jahren. Es ist nun schon fast 12 Jahre her, das ich ihn traf.

Wenn ihr jemandem folgen wollt, dann folgt dem fröhlichen Fachmann, nicht dem griesgrämigen Verhinderer. Manche von euch hat niemals wirklich genossen, weil er (oder sie) die angeblichen Konsequenzen daraus fürchtete. Und wenn ihr euch schon Gedanken machen wollt, dann folgt (diesmal) bitte all jenen fröhlichen Psychologen, die uns fragen: „wenn du deiner Lust nachgibst, was könnte dann schlimmstenfalls passieren?“

Zumeist nicht viel Schlechtes. Und möglicherweise etwas unglaublich Sinnliches.